Enno Rudolph: Verweile doch, du bist so schön! Die Aesthetische Zeit
Mit Kant gesprochen ist der Ästhet jener Mensch, der im Schönen die Entlastung vom Nützlichen findet. Fast überall im Alltag müssen wir gezwungenermassen zwischen nützlichen, teuren oder prestigeträchtigen Gegenständen unterscheiden. Wenn der Ästhet aber ein schönes Gemälde betrachtet, will er es nicht besitzen, sondern vielmehr den Moment der Anschauung geniessen. Die Kunst hilft insofern die Gegenwart vor ihrer eigenen Zukunft zu bewahren. Die Ästhetik verfolgt eine Zweckmässigkeit ohne Zweck und kann sich darum der Konkurrenz entziehen. Sie ist das Gegenstück zu aller ökonomischen und quantitativen Zeit. Enno Rudolph weist jedoch daraufhin, dass auch hierin eine Tragik liege, biete die eigene Gesellschaftsgeschichte doch so wenig Platz für die ästhetische Zeit. Vielmehr wird die Knappheit der ästhetischen Gegenstände benutzt, um diese wiederum als Verkaufsobjekte in den Markt einzuführen.
Asset Information
Updated: 21 months ago
Interview
Duration: 00:15:52
Definition:

Dimensions: 1280 x 720
Size: 587.18MB